Umschulen zum/zur Busfahrer*in

Als Busfahrer*in bringst du deine Arbeitskraft zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr ein und sorgst dafür, dass Menschen ihren Alltag ohne Auto bewältigen können. Vielen erscheint der Beruf später durchaus attraktiv, weshalb sie sich die Umschulung zum/zur Busfahrer*in vorstellen können. Was die Inhalte dieses Lehrgangs sind und welche Voraussetzungen gelten, sehen wir uns in diesem Artikel an.

 

Was macht man als Busfahrer*in?

Als Busfahrer*in bist du Experte für die Beförderung von Menschen. Grundsätzlich wird zwischen den Einsätzen im Nah- und im Fernverkehr unterschieden. Im Nahverkehr bedienst du zum Beispiel eine bestimmte Buslinie in der Stadt oder sorgst in ländlichen Regionen dafür, dass Kinder am Morgen überhaupt in die Schule gehen können. Im Fernverkehr sind die Routen vielseitiger, aber auch deutlich länger. Dort kannst du zum Beispiel für einen Reiseveranstalter im Dienst sein.

Als Busfahrer*in trägst du eine große Verantwortung. Denn deine Fahrgäste vertrauen dir, wenn sie in den Bus einsteigen. Nebentätigkeiten, wie zum Beispiel das Verkaufen von Fahrscheinen, spielen im Fernverkehr eine geringere Rolle. Dafür gehört zum Beispiel das Einladen von Koffern, Fahrrädern oder Skiern zu deinen Aufgaben. Eine gewisse Offenheit gegenüber den Fahrgästen ist daher entscheidend.

Zusätzlich zählen die Grundlagen im Bereich von Pflege und Wartung des Busses zu deinem Aufgabenbereich. Du hast die letzte Verantwortung für die Sauberkeit des Busses und dessen Funktionstüchtigkeit. Dabei kennst du die Vorschriften für die Betriebs- und Verkehrssicherheit und trägst dafür Sorge, dass sie stets eingehalten werden.

Nachdem du die Weiterbildung zum/zur Busfahrer*in abgeschlossen hast, kommen für dich unterschiedliche Arbeitgeber in Betracht. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Verkehrsbetriebe
  • Busunternehmen
  • Busvermietungen
  • Shuttle-Service-Anbieter
  • Reiseanbieter

 

Welche Zukunftsaussichten habe ich als Busfahrer*in?

Als Busfahrer*in bist du in einer Branche tätig, die eine hohe Jobsicherheit auszeichnet. Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass in Deutschland weiter kräftig in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs investiert werden soll. Künftig soll das Busfahren auch im ländlichen Raum durch dichte Fahrpläne bequemer werden. In der Folge werden qualifizierte Busfahrer*innen benötigt, die all diese Fahrten möglich machen.

Auch die Entwicklungen im Bereich des autonomen Fahrens stellen mittelfristig keine echte Bedrohung für die Tätigkeit als Busfahrer*in dar. Zwar ist langfristig das autonome Fahren der Busse nicht ausgeschlossen. Doch technisch wie rechtlich müssen dafür noch sehr viele Schritte unternommen werden.

 

Werde ich als Busfahrer*in reich oder glücklich? Oder beides?

Dein Gehalt als Busfahrer*in ist zum einen vom jeweiligen Arbeitgeber abhängig. Insbesondere durch Tarifverträge kann sich die finanzielle Lage deutlich verbessern. Auch das Bundesland, in dem du arbeiten möchtest, hat einen erheblichen Einfluss auf deine Einkünfte.

Weiterhin kann die konkrete Arbeit zum Beispiel durch gewisse Zuschläge besser bezahlt sein. In vielen Verkehrsbetrieben ist zeitliche Flexibilität gefragt, da auch in der Nacht oder am frühen Morgen gefahren werden muss. Dieser Einsatz wird dann entsprechend entlohnt. Im Durchschnitt verdienst du als Busfahrer*in in Deutschland ein netto Jahresgehalt zwischen 29.000 und 37.000 Euro.

 

Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es?

Die schulischen Voraussetzungen für die Umschulung zum/zur Busfahrer*in sind gering. Schon ein Hauptschulabschluss ist vollkommen ausreichend, um sich den Berufswunsch zu erfüllen. Doch neben der schulischen Seite gibt es weitere berufsspezifische Anforderungen. So solltest du einen Führerschein der Klasse B besitzen und über mindestens ein Jahr Fahrpraxis verfügen. So stellt der Anbieter der Umschulung sicher, dass du die Grundregeln des Straßenverkehrs ohne Probleme beherrschst.

Außerdem musst du die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) bestehen, um für die Arbeit zugelassen zu werden. Die meisten Unternehmen setzen außerdem das sichere Beherrschen der deutschen Sprache (Niveau B2) für die Tätigkeit voraus. Dies ist unter anderem für die Kommunikation mit den Fahrgästen von Bedeutung. Sollte dir das noch nicht möglich sein, kannst du den Nachweis auch erst im Laufe der Umschulung nachholen.

 

Welche Inhalte erwarten mich bei der Umschulung?

Während der Weiterbildung zum/zur Busfahrer*in triffst du auf unterschiedliche wichtige Inhalte für deinen Beruf. So lernst du unter anderem die wichtigen Grundlagen im Bereich der betrieblichen Planung und Logistik. Auch Wirtschaft und Sozialkunde können Teil der Ausbildung sein.

In die technische Richtung geht die Ausbildung was die Wartung und Pflege eines Busses betrifft. Hier lernst du, unterschiedliche Defekte frühzeitig zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Deren Reparatur bleibt aber den Mechanikern überlassen.

Teil der Umschulung ist auch der Blick auf wichtige rechtliche Fragen. Wer würde zum Beispiel haften, wenn ein Fahrgast aufgrund einer Vollbremsung des Busses verletzt wird? Solche Szenarien werden behandelt, damit du später mit einem sicheren Gefühl in die Arbeit starten kannst.

 

Jobcenter, Arbeitsagentur, Rentenversicherung: Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Du hast also den Wunsch, als Busfahrer*in zu arbeiten. Doch die Umschulung zählt zu den besonders teuren. Falls du die Kosten nicht selber tragen kannst oder möchtest, gibt es jedoch ein paar Alternativen. Eine sehr gute ist die Beantragung eines Bildungsgutscheins beim zuständigen Jobcenter. Diese Chance hast du, wenn du aufgrund von längerer Arbeitslosigkeit derzeit Anspruch auf ALG1-Leistungen hast.

Was viele nicht wissen: Auch die gesetzliche Rentenversicherung springt gelegentlich für die Finanzierung einer Umschulung ein. Erfüllst du die Kriterien und hast schon mindestens 15 Jahre lang deine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet, hast auch du Anspruch auf diese Förderung. In dem Fall solltest du dich möglichst zeitnah mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen.

Eine noch bessere Alternative ist die Suche nach einem Unternehmen, welches die Umschulung zum/zur Busfahrer*in bezahlt anbietet. Auf diese Weise hast du noch während der Lernphase ein monatliches Gehalt zur Verfügung, welches deine Kosten decken sollte.

 

Kann ich die Umschulung auch berufsbegleitend in Teilzeit oder per Abendschule machen?

Ja, grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Weiterbildung zum/zur Busfahrer*in auch in Teilzeit zu absolvieren. So kannst du dich zum Beispiel in Teilzeit zum/zur Busfahrer*in umschulen lassen, ohne während dieser Zeit auf dein normales Gehalt verzichten zu müssen. Auch für solche Menschen, die zum Beispiel in der Familie sehr stark eingebunden sind, kann dies die passende Lösung sein, um alle Aufgaben und Anforderungen gut unter einen Hut zu bringen.

Dieses Angebot kann jedoch eingeschränkt sein, wenn es sich um einen sehr kompakten Lehrgang handelt, der innerhalb von nur drei Monaten abgeschlossen sein soll. Häufig sind die Stunden und Inhalte extra verdichtet, damit das Erlernen des Berufs überhaupt in so kurzer Zeit angeboten werden kann. Aus diesem Grund kann eine Absolvierung der Ausbildung in Teilzeit leider ausgeschlossen sein.

 

Wie viel kostet die Umschulung?

Die Kosten der Umschulung zum/zur Busfahrer*in schwanken je nach Anbieter sehr stark. Einige Unternehmen bieten kurze Lehrgänge schon ab 1.200 Euro an. In der Spitze gibt es jedoch Firmen, die bis zu 10.000 Euro dafür verlangen. Letztlich kommt es deshalb auf eine weitsichtige Auswahl der Angebote an. Sollten die Kosten zu hoch sein, um sie selbst zu stemmen, bleibt noch die Möglichkeit, die Umschulung bereits in Kooperation mit dem späteren Arbeitgeber zu absolvieren und so die Kosten weiterzugeben. Dies bieten einige Betriebe an, um am hart umkämpften Arbeitsmarkt überhaupt noch an geeignete Fachkräfte zu kommen.

 

Was muss ich bei der Bewerbung für die Umschulung beachten?

Für die Bewerbung für die Umschulung zum/zur Busfahrer*in ist es wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Als Bewerber*in solltest du darauf achten, die Grundregeln für gelungene Bewerbungen einzuhalten. Dazu zählt ein sauberes Anschreiben und eine Bewerbungsmappe, in der alle wichtigen Unterlagen enthalten sind – egal ob digital oder in Papierform.

Den gleichen positiven Eindruck gilt es bei einem Bewerbungsgespräch zu verstärken. Vielleicht bietet sich im Verlauf die Gelegenheit, dass du noch einmal auf deine Stärken zu sprechen kommst, die dich für die Arbeit als Busfahrer*in prädestinieren. Damit hast du gute Karten, um den Sprung in deinen Traumberuf zu schaffen.

 

Wer bietet diese Umschulung an?

Für deine Umschulung zum/zur Busfahrer*in sind weniger klassische Bildungsträger gefragt. Stattdessen schlüpfen die großen Verkehrsbetriebe in diese Rolle. Vor allem in den großen Städten Deutschlands kann dein Vorhaben erfolgreich sein. Zum Beispiel beim VVS (Stuttgart), MVG (München), VAG (Nürnberg) oder VHH (Hamburg). Doch auch bei kleineren Betrieben kannst du mit etwas Glück erfolgreich sein.

Auch an die Deutsche Bahn kannst du dich mit deiner Bewerbung wenden. Gegebenenfalls wirst du dann an einen passenden Verkehrsbetrieb weitergeleitet, wo du die Umschulung absolvieren kannst.

 

Umschulung per Fernstudium – wie geht das?

Falls du dich eher für die theoretische Seite des Berufs interessierst und nicht direkt in die Praxis einsteigen möchtest, kannst du dich mit einem Fernstudium an den Job annähern. Je nach dem, welchen Schwerpunkt du bei der Beschäftigung legen möchtest, kommen zum Beispiel die Studiengänge Verkehrslogistik, Transportwesen und der große Bereich der Logistik in Betracht. Diese können auch dann die richtige Wahl sein, wenn du dein Gehalt in der Branche noch steigern möchtest. Denn so bekommst du Zugriff auf andere Positionen innerhalb der Betriebe, die zum Teil sehr gut bezahlt sind.

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Zum/zur Busfahrer*in als Quereinsteiger – Tipps

Auch als Quereinsteiger*in kannst du dich bei verschiedenen Unternehmen als Busfahrer*in bewerben. Die Deutsche Bahn bietet zum Beispiel eine dreimonatige bezahlte Umschulung an, die aus theoretischen und praktischen Teilen besteht. Dabei erwirbst du die nötige Fahrerlaubnis und lernst zudem alle wichtigen Fähigkeiten rund um den Beruf.

Bewerber*innen, die sich einen solchen Quereinstieg vorstellen können, sollten mindestens 21 Jahre alt sein. Außerdem ist es wichtig, bereits mindestens den gültigen Führerschein der Klasse B mitzubringen. In diesem Fall ist der unkomplizierte Einstieg in den Beruf kein Problem.